Betreuung in Deutschland

Derzeit stehen in Deutschland ca. 1,2 Mio. Bürgerinnen und Bürger unter Betreuung. In der Regel empfinden diese Bürgerinnen und Bürger die Betreuung nicht als eine Wohltat, sondern als eine Entrechtung, als ein völlig unzulässiges Eindringen des Staates in die Privatsphäre der Familie und als eine Bevormundung mit dem Ziel der Vermögensschädigung durch Berufsbetreuer.

Es haben sich in den vergangenen Jahren in diesem neu entstandenen Wirtschaftszweig die Vormundschaftsgerichte zum Arbeitsgeber -vorzugsweise für Juristen- entwickeln können. Diese sind nur unzureichender Kontrolle ausgesetzt, wobei die Vergabe einer Betreuung starke Ähnlichkeiten mit Koppel-/Verbundgeschäften aufweist. Das Netzwerk, bestehend aus Richter, Gutachter, Verfahrenspfleger und Betreuer bildet einen geschlossenen Kreis, der sich selbst reguliert und kontrolliert, während hilflose Angehörige der in der Wahrnehmung ihrer Rechte Beeinträchtigten als „nicht beschwerdebefugt“ diskriminiert werden.

Den Angehörigen eines zu Betreuenden wird die Fürsorge für Vater und Mutter von deutschen Vormundschaftsgerichten zugunsten von Berufsbetreuern entzogen.

Aus Gründen der leichteren Steuerbarkeit - auch aus Gründen der materiellen Versorgung von Kollegen - werden in der Regel Berufsbetreuer ernannt. Diese sollen angeblich kontrolliert werden von Rechtspflegern des jeweils zuständigen Gerichts. Diese Rechtspfleger gehören nachgeordneten Beamtenlaufbahngruppen an und sind für eine Kontrolle der Berufsbetreuer völlig ungeeignet. Da sie aber nach dem Rechtspflegergesetz sachlich unabhängig sind, ist eine Beschwerde gegen ihre Entscheidungen den Betreuten oder deren Angehörigen nicht möglich.

Das sogenannte Betreuungsrecht bedarf dringend der Überarbeitung, jedoch nicht im Sinne einer weiteren Stärkung der Berufsbetreuer. Vielmehr sollten die Freiheitsrechte der älteren Bürger und Bürgerinnen in diesem Lande wieder gestärkt und ihre Privatsphäre geschützt werden. Das Herausdrängen der Familien aus der Betreuung der älteren Familienmitglieder durch deutsche Vormundschaftsgerichte muss beendet werden. Eine Kontrolle der Kontrolleure ist überfällig.