Dieser Fall wird in Kürze seine volle Würdigung erfahren.
l Thone dürfte insofern eine Sonderstellung einnehmen als der Betrufsbetreuer, Herr Richard Trenk aus Miehlen, aus den Beweggründen für sein -wie man es nennen kann- pflichtwidriges Handeln keinen Hehl macht. 2011 hat er die damals rüstige und bewegliche 77jährige Anne-Marie Thone aus ihrer Wohnung mit Garten "zwangsentfernt" und in dem Altenheim "Maria vom Siege" in Koblenz eingemietet. Der Terminus „Zwang“ (Synonym von: gewaltsam, gezwungenermaßen, unfreiwillig) ist nicht beschränkt auf den Einsatz polizeilicher oder individuell ausgeübter Gewalt. Herr Trenk hat Frau Thone nicht unter Zwang oder Zwangsandrohung aus ihrem Haus entfernt, ihr jedoch nach Unterbringung in dem Altenheim den freien Zugang zu ihrer Wohnung zwangsweise und rechtswidrig verwehrt durch Austausch der Schlösser an der Haustüre und ohne der Betroffenen Schlüssel auszuhändigen. Herr Trenk tat dies, um Frau Thone am freien Zutritt ihrer Wohnung zu hindern. Er hat damit faktischen Zwang auf Frau Thone ausgeübt, im Altenheim Maria vom Siege zu verbleiben.
Grund für die Unterbringung in einem Altenheim erhellt sich aus einem Rechenexempel, das der Betreuer nach dem Scheitern der häuslichen Versorgung durch die beiden Töchter aufstellt: Herr Trenk beweist dem Gericht anhand einer minutiösen Aufstellung aller Faktoren, dass er keine andere Wahl habe als Frau Thone in einem Altenheim unterzubringen, wolle er seine eigene Existenz nicht gefährden. Zwar ist er der Meinung, dass seine Betreute am besten in den eigenen vier Wänden aufgehoben wäre, -diesem besseren Leben der Frau Thone steht jedoch der Selbsterhalt des Betreuers Trenk entgegen. Auf mehreren Seiten schildert Herr Trenk dem Gericht die lamentable finanzielle Vergütung in einem zeitraubenden Falle wie diesem, nennt Zahlen, Kosten für Aufwand (Tintenpatronen! Benzin!) und Steuern und verweist auf die seiner Meinung nach inadäquate Nettovergütung, die angeblich nicht zum Unterhalt seines Büros oder gar seiner eigenen Person ausreicht.

Herr Trenk, der in seinem Briefkopf groteskerweise "Gerichtlich bestellter Betreuer" als Beruf angibt, obwohl es sich gerade nicht um einen Beruf handelt, gefällt sich in der Rolle des Agitators. Er scheut nicht davor zurück, die von ihm betreute Frau Thone in ein Heim abzuschieben, womit sich "Arbeiten und Verantwortungen" für den Betreuer reduzieren und die Wirtschaftlichkeit in diesem Fall wieder hergestellt ist. Verantwortlich dafür ist der Staat, nicht Herr Trenk!

Folgt man der zynischen Argumentation dieses Betreuers, so ist die betreute Frau Thone ein Opfer der Politik und ein Opfer der Pauschalierung. Als Außenstehender kann man auch die Meinung vertreten, Frau Thone ist ein Opfer ihres Betreuers, der für sich die beste, für seine Betreute die schlechteste Lösung wählte. Die Heimunterbringung der Frau Thone ist nicht das tragische Ergebnis einer genauen individuellen Einzelprüfung des Betreuers, sondern das Resultat einer subjektiven und fragwürdigen Wirtschaftlichkeitsüberprüfung und der exemplarischen Anwendung profitorientierter Unternehmergrundsätze.

Herr Trenk ist sich durchaus bewusst, dass die Öffentlichkeit für diese Art von moderner Geiselnahme kein Verständnis aufbringt, aber er kann sich beim Amtsgericht Koblenz, den Richtern und den Rechtspflegern gut aufgehoben fühlen: ein Fehlverhalten konnte dort nicht festgestellt werden.

Im übrigen hat Herr Trenk durch unvorsichtiges Fabulieren auf durchaus gängige Praktiken im Betreuungswesen aufmerksam gemacht. Verständlich, dass ihm dieses im Nachhinein unangenehm ist.

Nachtrag: die Wohnung der Betreuten wurde bald danach -zunächst unentgeltlich- an eine Tochter der Frau Thone vergeben, die mit ihrer Familie bis dahin in beengten Verhältnissen unter dem Dach gelebt hatte. So gibt es in diesem Fall nur Gewinner; die Betreute gehört jedenfalls nicht dazu.